Ein leises Ticken

Beim Film kann man eher seinen Augen als den Ohren trauen, selbst im Autorenkino ist der Sound immer künstlich. Warum? Weil die Realität nie die Geräusche liefert, die man haben will und vor allem, wann man sie haben will. Monsieur Taurins macht da keine Ausnahme, in der Postproduktion wurden viele neue Klänge hinzugefügt, sogar die sogenannte Atmo. Das ist der Klang einer Landschaft oder eines Raums, den wir erst wahrnehmen, wenn er fehlt. Der fehlte hier von Anfang an, weil kein Toningenieur mit an Bord der spontan improvisierten Produktion war, auch alle (!) Dialoge wurden nachträglich lippensynchron im Studio eingesprochen. Die Atmo kommt wiederum aus einem anderen Studio, welches sich in der Ukraine befindet. Die Originalsounds wurden also in relativer Nähe der heissen Zone von Tschernobyl aufgenommen… was natürlich nicht ganz an die von Raumsonden hörbar gemachte Strahlung von Jupiter & Co. heranreicht. Die komplette Neuvertonung von Filmen und insbesondere der Dialoge ist übrigens kein Betrug, sondern eine spezielle, aus der Not geborene deutsche Kunstform, welche auch in dem Film Der Gründer zelebriert wird, hier der ganz und gar künstlich klingende Trailer:

Über twixraider

Raider heißt jetzt Twix… sonst ändert sich nix, ich suche immer noch einen Job als Scherzkeks.
Dieser Beitrag wurde unter Hintergründe, Vermischtes abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.